ein Teil vom Team

Ich bin ein Teil des Redakteur-Teams, seit ca. 1,5 Jahren. Oft ist es ruhig, man kann in Ruhe abarbeiten und planen. Aber irgendwann kommt man an den Punkt, wo es gerade nicht geht und man teilweise echt Mühe hat, mit zu kommen.
Eigentlich hatte ich mir eine Auszeit auf unbestimmte Zeit nehmen wollen. Ich brauchte Abstand, musste einiges klären und regeln, mich und meinen Weg wieder finden. Aber ganz abschalten konnte ich nicht. Ich habe weiterhin den Förderverein und unsere offizielle Seite verfolgt. Ich habe Texte Korrektur gelesen, mich mit einzelnen Teammitgliedern per PN ausgetauscht.
Gestern Abend überschlugen sich die Nachrichten an die Hauptseite und die Kommentare unter den Beiträgen auf dieser Seite. Plötzlich standen die eigenen Befindlichkeiten wieder ganz weit hinten an und ich habe einfach geholfen, wo ich gebraucht wurde.
So viele Eltern, die etwas Greifbares für sich und ihr Kind an der Hand haben wollten. Erinnerungen an das bzw. die Sternchen, die sie gehen lassen mussten. So viele Schicksale, die es zu lesen gab. Auf jeden individuell antworten, da man jeden Einzelnen auffangen, trösten und halten möchte. Manche Schicksale gehen echt unter die Haut und man fragt sich, wie man darauf antworten soll. Man tippt die ersten Worte, löscht sie wieder, schließt den Chat, um nach passenden Worten zu suchen. Angst, diese nicht zu finden. Immer mehr Nachrichten kommen rein und man darf die erste nicht aus den Augen verlieren, kein Schicksal darf meinetwegen hinten runter fallen. Inzwischen arbeiten wir zu viert bzw. dritt die Nachrichten ab. Parallel habe ich eine weitere Redakteurin um Hilfe gebeten, damit sie mir bei der Kommentierung auf der Seite hilft. Wieder ein Wechsel zu den Nachrichten. Es kam eine Antwort, was schreibt sie dieses Mal? Was musste sie alles erleiden? Woher nimmt sie die Kraft, jeden Morgen aufzustehen? Wieso wurden ihr die einzigen Erinnerungen an ihr Sternchen genommen?
Zurück auf die Seite… unzählige Kommentare. Ich helfe, diese zu beantworten.
Oh… Elfmeterschießen im Spiel Russland – Kroatien… Egal, habe das Spiel nicht groß verfolgen können. Das, was ich mitbekommen habe: war wohl ein spannendes Spiel.
Erneuter Wechsel zu den Nachrichten. Langsam wird es ruhiger. Man merkt, es ist spät, Schlafenszeit. Aber eine Nachricht habe ich noch. Und den Weg nach Hause. Zum Glück nicht weit. Vom Bett aus noch den letzten Hilferuf für diesen Abend an unsere Helferinnen weitergegeben und erschöpft eingeschlafen.
Es war eine kurze Nacht. Nach 4h war ich das erste Mal wach. Umgedreht und versucht, wieder einzuschlafen. Eigentlich sinnlos, da man sich nur hin und her wälzt. Dann doch noch fest eingeschlafen, wenn auch nur für eine Stunde. Irgendwann dann ziemlich gerädert aufgestanden.
Wie es mir heute geht? Ich weiß es nicht. Ich finde nicht die richtigen Worte. Geerdet auf jeden Fall. Glücklich? Ich glaube nicht wirklich. ☹ Glücklich, dass ich helfen konnte, JA. Glücklich, dass ich dieses Schicksal nicht erfahren musste, JA. Glücklich, über die vielen lieben Worte, die ich gestern und auch heute lesen durfte.
Aber es ist nicht das Glück, das überwiegt.
Ich bin unendlich traurig, dass so viele andere nicht dieses Glück hatten und ihnen teilweise kein Verständnis entgegen gebracht wird.
Ich bin ziemlich angeschlagen, emotional erschöpft. Man kann sich kaum vorstellen, dass das Lesen von ein paar Zeilen so viel mit einem macht.
Ich hoffe sehr, dass ich niemandem das Gefühl gegeben habe, dass ich einfach nur stumpf abgearbeitet habe. ☹ Hoffe, jedem Einzelnen das Gefühl gegeben zu haben, dass er sich bei mir fallen lassen kann und ich da bin, um ihn aufzufangen. Da bin, ihm zu zuhören, wenn es niemand anderes tut.
Ich weiß nicht, wie ich mein Inneres heute beschreiben soll…
Weinen? Ja, ich glaube das hilft heute….

Monique

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