S&F als Projekt für Studenten


Wir haben seit Mai schon mehrfach über unsere Studenten berichtet, aber die Diplomfeier möchte ich nochmal zum Anlass nehmen, ein Resümee zu ziehen.
Wie alles begann:
An einem Dienstagabend im Mai, erhielt ich einen Anruf von Michaela Bruns, mit der Bitte dringend den netten Herren unter folgender Nummer anzurufen.
„Michaela, es ist nach 20 Uhr.“
„RUF DA JETZT AN!“
Wir alle kennen unsere Bruni, ich habe es nicht gewagt, zu widersprechen. ?
Ich rief also den netten Herren an, den Direktor der DAMK (Düsseldorfer Akademie für Marketing und Kommunikation).
Aber wie kam es zu dem Anruf?
Unser Spendenanfragen-Team der Tombola zum TdoT bat die PSD-Bank Rhein-Ruhr um Sachspenden für die Tombola. Die PSD-Bank war jedoch der Meinung, dass das nicht so das Richtige ist und vermittelte uns an ihren Kooperationspartner, die DAMK.
Während des Telefonats sagte mir Herr Harguth, dass er am kommenden Tag einen Termin mit der PSD-Bank hat und mit Ihnen alles klären würde. Zwischen der PSD-Bank und der DAMK gibt es immer Projektabstimmungen, denn die auserwählten Projekte werden durch die PSD-Bank gefördert.
Und in diesem Moment stockte mir bereits der Atem und mein Kopf kreiste.
„Ja, das ist zwar toll, dass Sie morgen bereits den Termin haben, aber so kann ich Ihnen leider nichts zum Zeigen mitgeben. Wo wohnen Sie?“ Wie sich heraus stellte, wohnt Herr Harguth im selben Stadtgebiet wie ich. Also brachte ich mittwochs schnell die Kids in den Kindergarten, düste zu der genannten Adresse und befüllte den Briefkasten von Herrn Harguth. Danach ging es arbeiten. Mittags klingelte das Telefon.
Herr Harguth.
„Hallo Frau Kremer, es wäre schön, wenn Sie sich folgende Termine freihalten.“
Ääääääh ja, bekomme ich alles hin, notfalls mit den Kindern. Da wir aber tolle Leihopas in der Nachbarschaft haben, durften die Jungs auf den Spielplatz und Eis essen, während ich in Düsseldorf als „Gast-Dozent“ (welch ein Wort) auftrat.


Das erste Briefing
Auf dem Weg zur DAMK machte ich mir im Auto natürlich Gedanken, was ich den Studenten erzähle. Es ist ein hartes Thema, die Jungs und Mädels sind vermutlich noch recht jung und wahrscheinlich haben sie sich noch nie mit dem Thema befasst.
Ich entschied mich für die Wahrheit. Unverblümt.
Und so erzählte ich von Sternenzauber, von Frühchenwunder, den Tabus in der Gesellschaft, wie kleine Sternchen eingesargt werden und wie manchmal eben auch nicht. Ich erzählte von den Problemen der Eltern in der Gesellschaft und von den Geschwisterkindern.
Kurz vor dem Ende stellte ich die Frage: Wer fängt die Geschwisterkinder auf?
Auf meinem Rückweg hatte ich ein wenig Sorge, dass S&F zu viel für die Studenten ist. Denn, wie vermutet, haben sie sich noch nie Gedanken zu dem Thema gemacht. Außer zwei junge Männer.
Einer von Ihnen, Berufssoldat, der nun als Dozent auf der Offiziersschule gehen wird, hat zwei Kinder und seine Frau war zu diesem Zeitpunkt in der 24. SSW schwanger. Meine Erzählungen zeigten ihm, dass das Risiko, dass sein Kind verstirbt noch immer da ist. Dass das Risiko einer stillen Geburt nicht nach der 12. SSW weg ist. Es sinkt, ja. Aber es ist da.
Während des Gesprächs stieg ihm immer wieder das Wasser in die Augen.
Und dann meldete sich der zweite junge Herr zu Wort und erzählte, dass sein Papa ein Sternengeschwisterchen hat und noch im hohen Alter darunter leidet.
Der Mut der Studenten, sich unserem Thema anzunehmen, löste eine Welle in mir aus.

 


Das zweite Briefing
Dieses Gespräch war etwas rationaler. Es ging um Strategien, Werbezyklen und vieles mehr. Denn für die Studenten sind wir ein „Job“. Und doch sind wir ein harter Job. Unsere Zahlen sind nicht greifbar. Sie können nicht am Umsatz gemessen werden oder ähnliches. Sie haben keinen spürbaren Erfolg, den die normale Marktwirtschaft greifen kann.

 

Am 13. Juli war es soweit.
Die Studenten hatten ihre Projektvorstellung. Zu dieser durfte ich in netter Begleitung aus Hamburg, Berlin und Frankfurt.
Was die Studenten uns präsentierten, was sie uns sagten, flutete uns. Unsere Köpfe qualmten.
Aber wir haben zwei Projektmappen in die Hand bekommen und konnten diese im Anschluss in Ruhe durchgehen.

 

In den folgenden Wochen nahmen wir also verschiedene Termine war. Unter anderem einen Termin in einer Werbeagentur, welche uns von Pressemappen abrät, dass wir dafür zu fresh sind. Aber: sie haben viele andere Ideen und gehen mit uns auf eine Reise…
– Fotostrecken
– Vorstellungen bei Stiftungen
– Vorstellung auf Charity-Events
– und evtl. sogar eine Kooperation zwischen S&F und einer Herzensangelegenheit des Leiters der Agentur.
Durch das Gespräch ergab sich wiederum ein Gespräch mit einer Bezirksbürgermeisterin Wuppertals und dadurch mit der Westdeutschen Zeitung. Zu diesem Termin standen mir Nina Schmidt, Tine Hecken und Katharina Arndt bei.
Die Studenten gaben uns die Tipps, eine Liste mit Programmierfehlern auf unserer Homepage und empfahlen uns Programmierer zu kontaktieren und unsere SEO-Bearbeitung aufzupeppen.
Von der PSD-Bank erhielten wir ein Förderungskapital von 5.000 €. Was wir aber genau damit machen, bleibt noch geheim.


Und nun kam der 28. September, die Diplomfeier.
Als ich gerade auf der Terrasse saß und noch eine Zigarette rauchte, klingelte das Handy. Herr Harguth.
„Hallo Frau Kremer, kommen Sie gleich?“
„Natürlich, sobald ich aufgeraucht habe, mache ich mich langsam auf den Weg.“
„Das ist ja prima, dann können Sie ja sicherlich noch eine Rede halten.“
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„Wenn eine Rede im Mandy-Style in Ordnung ist, dann tue ich es.“
Und als ich gerade zum Auto wollte, fielen mir zwei unserer Hashtag-Sterne vom TdoT in die Hand.
#Herzblut
#Ehrenamt_ist_Ehrensache
Und so sollten mich diese Sterne begleiten.

Ich sprach über diese Sterne, denn mir wurde die Möglichkeit durch die DAMK gegeben, genau über diese beiden Sterne zu sprechen. Und diese jungen Leute, taten etwas ganz Besonderes: sie hörten zu.
Ich begegne tatsächlich oft, vor allem älteren, Leuten, die zwar fragen was ich tue, aber wenn ich es erzähle, direkt antworten:
„Oh, das Thema ist mir zu schwer, damit möchte ich mich nicht befassen.“
Die Studenten taten es. Sie nahmen uns als „Job“ an und gaben uns die Chance. Ich für meinen Teil, bewundere dies sehr. Denn vor 10 Jahren, saß ich auf der anderen Seite. Aber meine Projektpartner waren Supermärkte oder Restaurants. Es war für mich greifbar. Es war kein so emotionales Thema.
Aber sie haben uns ein Ohr gegeben, dass was wir uns doch von jedem einzelnen Menschen wünschen. Dieses Ohr haben sie uns mit sehr viel Respekt für uns und unsere Arbeit gegeben. So haben die Studenten in meinem Herzen Spuren hinterlassen…. Und wir bei Ihnen. Und es blieb mir noch die Möglichkeit, ein Wort an die Studenten zu richten:

DaMke an die DAMK e.V..

 

   

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