Künstliche Befruchtung – Teil 1

Die künstliche Befruchtung ist für viele kinderlose Paare die große Chance, trotz Fruchtbarkeitsstörung schwanger zu werden. Dabei unterstützen Mediziner Samen- und Eizelle auf ihrem Weg zueinander.

Welche Art der künstlichen Befruchtung gewählt wird, hängt von der individuellen Situation des Paares ab.

Diese 3 Methoden gibt es:
– Samenübertragung (Insemination, intrauterine Insemination, IUI)
-In-Vitro-Fertilisation (IVF)
-Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Bis auf die Samenübertragung findet alles außerhalb des weiblichen Körpers statt. Samen- und Eizelle müssen erst entnommen und aufbereitet werden.

Zyklusmonitoring
In vielen Fällen findet vorher ein Zyklusmonitoring statt. Das heißt, dass Ärzte die Vorgänge im weiblichen Körper einen Menstruationszyklus lang genau unter die Lupe nehmen. Dafür sind in der Regel 3 bis 4 Ultraschalltermine und Blutentnahmen notwendig.
Das Zyklusmonitoring dient dazu, die Ursache zu finden und die Befunde dem Arzt, die passende Behandlung zu finden.

Wie läuft eine künstliche Befruchtung ab?
Der Ablauf hängt von den organischen Ursachen der Unfruchtbarkeit (Infertilität) ab. Erst nach genauer Diagnose kann der Arzt entscheiden, welches Verfahren sich eignet.

Auch wenn jede Reproduktionstechnik anders abläuft, lassen sich folgende Schritte abgrenzen:
1. Gewinnung von Samenzellen
Hier gibt es folgende Möglichkeiten:
– Masturbation
– Operativ aus dem Hoden (TESE, testikuläre Spermienextraktion)
– Operativ aus den Nebenhoden (MESA, mikrochirurgische epidimiale Spermienaspiration)
Die Methode hängt von den medizinischen Faktoren ab.

2. Hormonelle Stimulationsbehandlung
Damit reife Eizellen vorliegen, ist manchmal eine Hormontherapie nötig. Der Arzt untersucht Eierstöcke und Hormonspiegel.
Es gibt 2 Hormonverfahren, die die Eizellenreifung stimulieren:
– Kurzes Protokoll
Das Standardverfahren beginnt mit Einsetzen der Monatsblutung. Ab dem 2./3. Zyklustag spritzt sich die Patientin täglich das stimulierende Hormon (FSH, FSH/LH, HMG). Ein 2. Hormon unterdrückt einen vorzeitigen Eisprung (sog. Antagonist) und wird ebenfalls gespritzt.
– Langes Protokoll
Hier wird der natürliche Eisprung hormonell unterdrückt. Dafür wird das zuständige Hormon, das „Gonadotropin releasing hormone“ (GnRH) aus der Hirnanhangsdrüse blockiert. Dies kann als Depot- oder tägliche Spritze oder als Nasenspray geschehen. Bis zu 2 Wochen dauert es, bis die kontrollierte Stimulation der Eizellreifung beginnt. Dieses Verfahren ist seltener.

Während der Hormongabe wird per Ultraschall und Hormonanalyse Wachstum und Reifegrad der Eibläschen kontrolliert .

3. Diese Methoden der Entnahme (Punktion) existieren:
– reife Eizellen (Follikelpunktion nach Hormonbehandlung)
– unreife Eizellen (IVM, In-Vitro-Maturation)

4. Embryonentransfer
Nach einer äußeren Befruchtung (ICSI, IVF) erfolgt das Einsetzen in die Gebärmutter (Transfer). Geschieht dies innerhalb von 3 Tagen nach der Befruchtung, spricht man von einem Embryonentransfer. Nach einer Kulturdauer von bis zu 6 Tagen dürfen max. 2 Embryonen übertragen werden. Überzählige entwicklungsfähige Embryonen können eingefroren werden. Für diesen oft praktizierten Weg gibt es keine eindeutige Rechtssicherheit.

5. Blastozystentransfer
Gibt es genug Eizellen wartet man. Dank neuer Nährlösungen können die Eizellen heute bis zu 6 Tage außerhalb der weiblichen Körpers weiterwachsen. Teilen Sie sich nach der Befruchtung, entstehen binnen 3 Tage Blastomere, die dann am 5. Tag das Stadium der Blastozyste erreichen. Nur 30-50% aller befruchteten Zellen schaffen es bis hier. Geschieht der Transfer 5-6 Tage nach der Befruchtung, spricht man vom Blastozystentransfer. Die Chancen, dass sich diese Zellgebilde in der Gebärmutter einnisten, sind besser, da sich eine mangel- oder fehlerhafte Entwicklung früh erkennen lässt. Im direkten Vergleich der Methoden sind aber kaum Unterschiede festzustellen.

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