Wie Wellen …

Erinnerung,… Trauer…kommt in Wellen… Das wurde mir irgendwann einmal gesagt. Doch da nahm ich diese Aussage noch nicht allzu sehr ernst. Warum auch, wenn man „gerade“ nicht davon betroffen ist?

Und doch kenne ich die Wellen nur allzu gut inzwischen. Ich weiß auch, dass alle Wellen unterschiedlich sind, untypisch, nicht nach einem Schema kommen. Es ist nicht immer einfach nur eine Menge Wasser, welche auf den Sandstrand zu schnellt und einfach so am Ufer bricht. Teilweise ähnelt diese Welle einem tobenden Gewitter, mit dicken, schweren, schwarzen Wolken. Diese Minuten, kurz bevor es ausbricht. Diese unendliche Schwere auf den Schultern, die einem das Gefühl geben, daran zu zerbrechen. Die Sonne scheint so endlos weit weg zu sein. Man kann in diesen Momenten vergessen, wie sich die warmen Sonnenstrahlen anfühlen. Wie die Sonne die Welt in Farben legen kann. In diesen Augenblicken scheint die Welt nur in schwarz/weiß zu erscheinen. Trostlos, erdrückend und unaufhaltbar. Denn die Welt dreht sich dann entweder viel zu schnell und man läuft Gefahr, bei dem Tempo nicht mitzukommen, oder sie steht still und erdrückt einen von allen Seiten her und man fühlt sich allein, ohne allein zu sein.

Andere Wellen gleichen einem Tsunami, den man vorher nicht spürt, nicht vorgewarnt wird, welcher sich vor dir aufbäumt und dich mit einer kurzen und dennoch heftigen Wucht mitreißt. Dicht herunter drückt. Dir die Luft zum Atmen nimmt, Tränen in die Augen treibt. Diese eine Welle, so wuchtig, unerwartet und unaufhaltsam. Egal an welchem Ort man auf der Welt „am Strand“ ist. Sie nimmt keine Rücksicht und reißt einen mit. Sie zieht einen zu Boden, man verliert sich im Strudel der Welle, wird völlig aus der Bahn geworfen. Diese Welle peitscht einem in das Gesicht ohne Rücksicht. Um sich dann wie ein fallender Schleier vor dem Gesicht wieder zurückzuziehen, um einen völlig haltlos und verwirrend zurückzulassen.

Doch manchmal schleicht sich eine Welle der Trauer ganz langsam, sichtbar und dennoch unaufhaltsam an einen heran. Diese Welle lässt eine Art Dunst, Nebel um sich herum aufsteigen. Man sieht es, man merkt es. Und doch fühlt man nichts. Gar nichts. Außer unendliche Leere. Die Tränen versiegen. Der Atem stockt. Das Gefühl ist leer. Einfach nur unendliche Leere. Und alles erscheint unwichtig. Nein, alles ist unwichtig. Dieses Gefühl, dass DU fehlst. Fehlst in dieser Welt.

Und hin und wieder… Sitzt man einfach nur da. Schaut den Wellen in der Ferne zu und kann die Sonnenstrahlen hinten am Horizont sehen. Siehst du sie?? Man steht auf und geht der Sonne entgegen. Doch immer ist da dieses Wissen, diese Angst und Unsicherheit, wann die nächste Welle kommt. Und welche es sein wird… Denn alles ist möglich. Und doch versucht man der Sonne zu folgen. Genau dies ist wichtig. Denn wo Wasser und Sonne sind, entstehen Regenbögen…. Und „Sternenzauber und Frühchenwunder“ begleitet einen auf diesen Weg. Wenn man es zulässt. Wenn man es will. Wenn man die Kraft hat. Wenn man mutig ist. Denn nur aus mehreren Komponenten können Regenbögen entstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “Wie Wellen …”