Stille Freude

Wird zwar ´ne „“schnelle““ Feder, aber darüber muss ich euch berichten:
Ich habe mich heute gefreut.
Es war nicht dieses „In die Luft springen“ oder ein lautes Jubeln, sondern nur so ein introvertiertes Mundwinkel-Anheben, aber trotzdem wurde mir warm ums Herz.
Ich war noch mal kurz beim NKD reingehüpft, um ein wenig Zeit tot zu schlagen und eventuell noch ein kleines Schnapperchen zu machen, schließlich ist ja gerade mal wieder Sale und mit 2 kleinen Kindern braucht man ständig neue Klamotten.
Ich bin auch fündig geworden, hab mich auf den Kassentisch entladen und musste feststellen, dass mich einige Knäule Springwolle ganz hinterrücks angefallen haben. Da das aber nichts Neues ist, hab ich mein Schicksal akzeptiert und den Einkauf bezahlt. Beim Einpacken unterhielt ich mich wie immer mit der Verkäuferin und plötzlich guckte die mich ein wenig scheel an und fragte, was ich denn aus der Wolle machen würde.
Ich muss gestehen, dass ich immer ein wenig Probleme habe, Unbeteiligten und daher auch nicht Vorbereiteten möglichst schonend beizubringen, dass diese Wolle ein totes Kind auf seinem letzten Weg begleiten wird. Viele reagieren da ein wenig betroffen, drucksen herum und sind mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen hoffnungslos überfordert. Die Leute in meiner Gegend sind eher verschlossen und zurückhaltend und zeigen ihre Gefühle nicht öffentlich. Daher ist diese Erklärung in 9 von 10 Fällen ein Dialogkiller.
Die nette Verkäuferin aber schluckte in Gedanken auch einmal und meinte dann plötzlich (und darauf war ICH nun nicht vorbereitet!): „Achso ja, das ist doch der Verein für den Frau Burchert (Anmerkung: und jetzt auch ihre Nachfolgerin Frau Mühlenbeck) in ihrem Laden Werbung macht. Und sie habe ich doch schon mal in der Zeitung gesehen.“
Hier hatte ich also die Bestätigung, dass unsere Kontaktaufnahme zur Zeitung ein Erfolg war und die daraus entstandenen Zeitungsartikel (allesamt Seite 1 der Samstagszeitung und keiner kleiner als eine halbe Seite) auch wirklich wahr genommen werden und es wirklich Leute gibt, denen unser Angebot bekannt ist. Somit könnten diese uns dann natürlich auch ansprechen, wenn sie unsere Hilfe benötigen.
Wir haben es also geschafft, bekannt zu werden und damit auch an die, die uns brauchen, heran zu kommen.
Und darüber habe ich mich gefreut. Leise und nur für mich, aber wirklich.
Anja

 

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