Unser Weg zu unseren Wunschkindern …

Es begann wie bei so vielen Paaren, obwohl, bei uns war’s etwas anders. Wir haben erst das Haus gekauft, so dass ein Nest für unsere Familie da ist, dachten schon an Nachwuchs und haben dann im Sommer 2014 geheiratet. Ab da haben wir auch gesagt, wenn es klappt, wäre es schön, aber nicht wirklich daran „gearbeitet“. So verging die Zeit und irgendwann fingen wir dann mit Ovulationstests und Monitoring an, um den perfekten Zeitpunkt zu erwischen.

Im November 2017 sagten wir vor unserem Türkei Urlaub „ok, wir hängen den Kinderwunsch erstmal an den Nagel und genießen die Zeit zu zweit mit Reisen“. Im Urlaub dachte ich immer wieder `Irgendwas stimmt doch nicht. Naja anderes Essen und alles. Vielleicht bekommt dir das nicht.´ Als wir dann am 1.12.17 heim kamen, wurden die Beschwerden mehr. Ich fühlte mich irgendwie krank. Als ich dann am 5.12. in den Kalender schaute, dachte ich „ups, du bist überfällig!“. Am 6.12.17 machte ich dann einen Test und ja, unser bestes Nikolausgeschenk war der zweite Strich. Da ich’s nicht glauben konnte, bin ich zur Apotheke und hab einen digitalen mit Wochenbestimmung geholt. Dieser sagte dann Schwanger 3+. Ich hab geweint vor Freude. 3 Jahre darauf gewartet und als man die Hoffnung aufgegeben hatte, da klappt es. Ich hab direkt beim Frauenarzt angerufen und einen Termin bekommen. Sie konnte die Schwangerschaft bestätigen, 5. SSW.

Nur eine Woche später am 12.12. bekam ich Fieber und mir ging es gar nicht gut. In der Nacht hab ich dann Blutungen bekommen, sodass ich ins Krankenhaus gefahren bin. Dort stellte man fest, dass unsere Schneeflocke leider zu Ihrem Opa in den Himmel geflogen ist und uns hier leer und einsam zurück lässt.

Wir haben dann mit der Frauenärztin gesprochen, wann wir es erneut versuchen dürfen und sie meinte, sobald wir beide psychisch damit abgeschlossen haben. Ich wollte irgendwie am liebsten sofort, um es zu vergessen, aber nein, man kann es nicht vergessen. Unsere Schneeflocke hat uns zu Eltern gemacht, die mit dem Verlust lernen mussten, um zu gehen.

Im Februar wurde ich dann ins Labor geschickt, um zu schauen, ob es einen Grund gibt, dass wir ein Sternchen haben. Bei den Tests wurde bei mir eine Gerinnungsstörung festgestellt. Deshalb sollte ich Blutverdünner nehmen. Doch bis Juni tat sich nichts. So haben wir entschieden, dass wir erfahren wollen, ob es Gründe für das nicht schwanger werden gibt und so sind wir ins Kinderwunschzentrum gegangen.

Wir haben am 17.7.18 dann mit den Untersuchungen begonnen. Zunächst wurde mein Mann untersucht, da diese Untersuchungen nicht so schwierig sind. Bei ihm wurde festgestellt, dass es keine Gründe gibt und bei mir eben nur die Gerinnungsstörung. Deshalb wurde dann eine Spiegelung durchgeführt und dabei kam heraus, dass der linke Eileiter zu ist und rechts die Flimmerhärchen tot sind. Das bedeutet, dass, aus medizinischer Sicht, es ein Wunder war, dass unser Sternchen überhaupt entstanden ist.

Wir haben sofort entschieden „Ok, dann bleibt nur der Weg einer IVF (künstliche Befruchtung).“ Wir haben auch entscheiden müssen, wie weit wollen wir der Natur ihren Lauf lassen und wie weit eingreifen. Da mein Mann ja nicht dass „Problem“ war, sagten wir, dass die Spermien und das Ei sich selber in der Petrischale finden sollen. Weiter entschieden wir uns dafür, die Embryonen erst an Tag 5 zurück setzen zu lassen und falls mehr als 2 gut sein sollten, diese für einen späteren Kryotransfer eingefroren werden. – Diese Leistungen trägt die Kasse nicht und kamen in unserer Klinik mit 1405 €. –

Aus verschiedenen Gründen haben wir für und entschieden, dass erstmal so wenige wie möglich von der IVF erfahren sollen. Einer der Gründe war, uns den Druck von Außen zu nehmen.

So fing die Wartezeit an. Seit dem Kinderwunsch habe ich nicht so sehnlich drauf gewartet, dass meine Blutung kommt, wie zu dieser Zeit, da dann die Hormontherapie beginnen konnte. Am ersten Zyklustag musste ich dann in der Kinderwunschklinik zwecks Ultraschall vorbei schauen. Da dieser wie gewünscht ausfiel, durfte ich mit der Hormontherapie beginnen. Dies bedeutete erstmal in der Apotheke die Hormonspritzen holen, diese haben mich selber 631 € gekostet. Ab da jeden Tag einmal spritzen, um die Follikel Reifung anzuregen.

Die Hormontherapie hat bei mir alle Nebenwirkungen mit sich gebracht, die es gibt (Übelkeit, Stimmungsschwankungen, dauerhaft müde), aber ich hab das gerne in Kauf genommen. Ich wusste ja, wofür. Am 4. Tag kam dann eine weitere Spritze dazu. Also 2 Spritzen jeden Tag. Am 9. Zyklustag hieß es dann zum Ultraschall. Es waren zwar viele Follikel heran gereift, aber leider noch zu klein. Also weiter spritzen!

Jedoch hatte ich das Überstimmulationssyndrom entwickelt, sprich, mein Bauch füllte sich mit Wasser und somit wurde der Wunsch, dass 5 Tage nach Punktion ein Rücktransfer statt findet, zu Nichte gemacht, da es den Ärzten zu riskant war. Am 11. Zyklustag musste ich mir dann abends die letzten zwei Spritzen setzten, so dass am 13. Zyklustag die Punktion stattfinden konnte.

Psychisch war es die reinste Achterbahnfahrt.

Am nächsten Tag kam dann von der Klinik der Anruf: 15 Eizellen haben sich befruchtet und jetzt warten, wie viele bis Tag 5 kommen. An Tag 5 hieß es dann: es sind 5, die sich perfekt entwickelt haben und aufgrund des Überstimmulationssyndroms werden alle erstmal eingefroren. Eine Woche später hieß es dann, das Syndrom hat sich abgebaut und dadurch, dass zeitgleich ein neuer Zyklus bei mir gestartet ist, konnten wir den Kyroversuch starten. Dies hieß Hormone einnehmen, diesmal zum Glück Tabletten.

Bei uns beiden lag das Nervenkostüm sehr blank. Bei mir, da ich Angst hatte, dass es nicht klappt und bei meinem Mann, weil er hilflos zusehen musste. Ich suchte die ganze Zeit Beschäftigung, um mich abzulenken.

Eine weitere Woche später war der große Tag. Unsere zwei Eisbären wurden eingesetzt. 5 Tage danach kam dann die Gewissheit, unsere Eisbärchen sind nicht geblieben. Ich war deprimiert, hab dann alle Medikamente abgesetzt. Mir aber im gleichen Moment gesagt, es wird nicht aufgegeben und so haben wir dann im nächsten Zyklus den nächsten Transfer gewagt.

Am 31.10. meinte mein Mann „Ey, du bist so zum ko…, mach mal einen Test“ und tada, zwei Striche. Ich hab dann in der Klinik angefragt, ob eins der Medikamente den Test falsch positiv machen könnte, da meinte die Sprechstundenhilfe „Nein, herzlichen Glückwunsch“, aber durch unsere Schneeflocke war die Angst da, dass es wieder schief geht und ich wollte keine Freude aufkommen lassen. Wie es das Schicksal will, habe ich am Brückentag Blutungen bekommen und dachte „ok, es soll wieder kein Happy End sein.“ Wir sind dann sonntags ins Krankenhaus gefahren, da die Blutung stärker wurde. Die Ärztin war total lieb und einfühlsam und hat einen Bluttest gemacht. Dieser war für die Woche sehr hoch.

Mittwochs wurde der HCG-Wert kontrolliert und er stieg. Die Blutung war auch weg und so begann ich, etwas zu hoffen. Ein Woche später war dann ein Ultraschall und da hieß es, dass sind zwei und für 4+3 perfekt entwickelt. Ich soll die Woche drauf wieder kommen. Auf dem Ultraschall waren zwei kleine Punkte, die hüpften. Die Ärztin meinte: „Das sind die Herzchen ihrer Mäuse, ab jetzt wird alles gut“.

Die Zwei bereiteten nur Mama extreme Kreislaufprobleme und Erbrechen, sodass ich die 9.-11. SSW an der Infusion verbrachte und dann auch nicht mehr Arbeiten durfte. Es verlief soweit alles gut und ich hab versucht, die Schwangerschaft zu genießen. Mal waren die zwei für die Woche zu groß, dann wieder in der Norm und in der 23. SSW hieß es, es werden zwei Mädchen, die, Stand jetzt, gesund sind, aber die Ärzte befürchten, sie kommen zu früh, weshalb ich viel liegen und Stress vermeiden sollte.

So ging es bis Mai. In der 31. SSW angekommen, verstarb mein Opa, was mich sehr runter gezogen hat und nur 3 Tage nach der Beerdigung schickte mich die Vertretung von meinem Frauenarzt stationär ins Klinikum. Ab da hieß es wenigstens 3 Tage sollten wir noch wegen der Lungenreifung schaffen, danach haben die zwei sehr gute Chancen. Wir haben es dann sogar bis zur 38. SSW geschafft. Nur kam es beim Kaiserschnitt, der nach 3 Tagen Wehen notwendig wurde, dann alles anders als gedacht. Meine Zwei waren, auf dem Stand der 34. SSW maximal stehen geblieben. Die kleinere kam sofort auf die Neo-Intensiv, die andere war so stabil, dass sie zu mir auf´s Zimmer durfte. Meine kleine Maus konnte ich erst am nächsten Tag sehen. Ich war zwar glücklich, dass sie da ist, aber der Anblick im Inkubator und die Schläuche waren erstmal ein Schock.

Heute, ein Jahr später, sind beide super entwickelt und gesund.

Was für Erlebnisse habt ihr auf dem Weg zu euren Kindern gehabt und möchtet ihr uns davon erzählen?

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