Die Schmerzen sind nicht vergessen …

Da sitze ich nun zwischen all den anderen schwangeren Frauen. Die Hebamme erklärt die Anatomie des Beckens, über das Veratmen von Wehen und dass jede Geburt etwas Wundervolles ist, begleitet von unglaublichen Glücksgefühlen und dass, wenn der erste Schrei den Raum erhellt, alle Schmerzen Nebensache sind.

Ich denke an dich, mein Sternenmädchen. Kein Schrei hat mich die Schmerzen vergessen lassen. Mich völlig überrumpelnd bist du viel zu früh gekommen. Ich war nicht bereit und habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man scheinbar während einer Geburt nur falsch machen kann. Aber woher hätte ich es wissen sollen?

Auch mit unserem Regenbogenwunder im Bauch sind die Schmerzen nicht vergessen.
Der Schmerz, dass du nicht bei uns bist.
Der Schmerz, dass ich das alles hier längst mit dir hätte erleben sollen.
Der Schmerz, dass du nicht friedlich neben mir schläfst, mir vielleicht gerade dein erstes Lächeln schenkst.

Die Hebamme sieht die Tränen in meinem Blick. Sagt, dass jede Schwangerschaft anders ist und jedes Kind seine eigene Geschichte verdient hat. Ich nicke und denke mir stumm: „Und dennoch darfst du mir noch fehlen…‘

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