Süchtig nach Kreativität

Blog Nr. 3: Süchtig nach Kreativität

Wenn ich bei uns durch die Gruppe scrolle, werde ich zu einem Suchti:
‚Och, das is ja schöööön, das werde ich auch mal probieren.‘
oder
‚Das habe ich schon lange nicht mehr gehäkelt.‘
oder
‚Kann man diese oder jene Idee nicht auch aus anderen Materialien machen?‘

Die Kreativität, die selbst den unschärfsten Fotos auf der Seite entsteigt, machen mich kribbelig… und ein wenig sehnsüchtig.
Kribbelig, weil ich auf Anhieb diese Wolle oder jenes Papier aus dem Schrank ziehen könnte, das für mein Vorhaben genau richtig wäre. Und sehnsüchtig, weil dann wieder mein streberhaftes und vorbildbestrebtes Inneres missbilligend mit dem Köpfchen schüttelt und Mama-streng dreinblickend mit dem Finger auf eine Aufgabenliste tippt, die selbst in Minihandschrift und ganz eng aufgerollt noch beeindruckend ist. Und in der selben Sekunde höre ich ein süßes, engelgleiches Stimmchen (das meiner Tochter nämlich) in meinem Ohr, das ganz flehend fragt: „Kannst du mit mir spielen, Mama?“
Und schon muss ich seufzen und verabschiede mich mit einem weinenden Auge von meinen Einfällen, denn ich kümmere mich gerne um meine Tochter. Aaaaaber *plopp* erscheint ein kleines Teufelchen auf meiner Schulter und flüstert mir ins Ohr: „Bald, bald! Dann kann sie mitbasteln.“ Und schon ist die Träne verschwunden.
Bis dahin werde ich aber fleißig Material dafür horten und hoffen, dass mein Mann es nicht findet. Bis dahin werde ich in vielen, freien Minuten mal so zwischendurch immer weiter Ideen auf meinem Rechner sammeln und in meinem Kopf reifen lassen. Und nicht zuletzt werde ich bis dahin immer wieder mit meiner Tochter malen, schneiden, matschen und kleben, um sie schon jetzt nach und nach mit meiner Sucht anzustecken.

Das habe ich mir fest vorgenommen.
Drückt mir die Daumen, dass es klappt.

Anja

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