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Clari
aus Oberhausen schrieb am 17. Oktober 2020 um 20:57
Ich habe diese Seite gerade durch Zufall auf Facebook entdeckt. Die Gästebucheinträge haben mich zu Tränen gerührt und geben mir das Gefühl von Geborgenheit und "nicht alleine sein". Allen, die ihr Wunder so spät verloren haben und still entbinden mussten, möchte ich mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Ich kann mir garnicht vorstellen wie viel Kraft und Schmerz euch das gekostet haben muss! Und ich bin auch im Gedanken bei denen Eltern, die ganz, ganz frühe Frühchen entbunden haben und eine schwere steinige Zeit vor sich hatten. Mein Mann und ich hatten einen jahrelangen Kinderwunsch, der nach dreieinhalb Jahren durch künstliche Befruchtung ein Ende fand. Mein Mann leidet unter Azoospermie. Es befinden sich also wirklich gar keine Spermien im Ejakulat. Daher ist bei uns ausschließlich ein Schwangerschaft durch die künstliche Befruchtung mittels vorheriger TESE möglich gewesen. Da meine Hormonwerte glücklicherweise sehr gut gewesen sind, hat sofort der erste Versuch geklappt. Montagsmittags habe ich erfahren, dass der Bluttest eine Schwangerschaft ergeben hat.... montagabends setzten dann erst leichte Schmierblutungen ein. Die Fruchtbarkeitsklinik verfügt über ein 24 Stunden Notfalltelefon, ich also angerufen und mir wurde dann mitgeteilt, dass dies durchaus Einnistungsblutungen sein können, da es wirklich nur ganz leichte Schmierblutung gewesen sind. Leider ist dies nicht der Fall gewesen. Am nächsten Tag habe ich vom Arzt Spritzen bekommen, um die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Am Mittwoch der Folgewoche war dann leider klar, dass die Hormonwerte zurückgegangen sind und keine Schwangerschaft mehr besteht. Es waren die längsten und schmerzvollsten 1,5 Wochen. Ich kann nur im entferntesten erahnen, wie es sein muss nach 20 oder mehr Wochen sein Kind still entbinden zu müssen. Ich habe es nach ein paar Sekunden schon mehr geliebt als alles andere auf der Welt. 2 Monate später haben wir mit dem nächsten Versuch gestartet. Auch wieder sofort erfolgreich. Die Schwangerschaft verlief bis zur 30. Woche super. Dann entwickelte ich eine schwere Präeklampsie, die Plazenta wurde nicht mehr richtig versorgt und die Schwangerschaft endete damit, dass meine Tochter in der 35.0 Woche mit 1950 g und zarten 42cm zur Welt geholt werden musste. Zum Glück ging es ihr da schon super. Lungen waren voll ausgereift und zwei Wochen später konnten wir das Krankenhaus verlassen. Sie hat Gewicht und Größe Blitze schnell aufgeholt und ist heute ein taffes kerngesundes Mädchen. Und auch hier kann ich nur sagen wahnsinn, wie viel Kraft und Ausdauer die Eltern an den Tag legen, die super früher Kinder begleiten müssen/dürfen die Anfang Mitte 20 Woche zur Welt kommen. Nur Gott weiß, wo ihr eure Kraft her holt. Ich war insgesamt nur 22 Tage im Krankenhaus, davon 14 nach Entbindung mit meiner Tochter. Ich hatte so viel Sorge und Angst, dabei ging es ihr im Vergleich zu anderen Kindern wirklich gut. Sie war halt einfach nur kleiner und zarter als andere Kinder. Ich wünsche jedem einzelnen von euch das Glück, dass wir am Ende erleben durften.
Administrator-Antwort:
Hallo Clari,
vielen Dank für deine lieben Worte und deine Anteilnahme. Es tut uns sehr leid, dass auch ihr ein Kind gehen lassen musstet.
Umso mehr freuen wir uns, dass Ihr stolze Eltern eines Folgewunders seid. Die kleine Maus bereitet euch sicher viel Freude. <3
Bitte schreib uns gern eine Mail, wenn wir euch unsere Sternenzauberpost mit unserem kleinen Seelentröster für hinterbliebene Geschwisterkinder schicken dürfen.
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