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Ich sehe soviele lachende, glückliche aber auch weinende Kinder. Denen geht es gut. Sie laufen, klettern und spielen mit Anderen. Nur meine nicht.
Meine Kleine hat es nicht geschafft. Sie wurde mir viel zu früh genommen.
Letztes Jahr im April wurde ich schwanger. Anfangs war es keine gewollte Schwangerschaft. Ich hatte 3 Wochen vorher meinen Magen verkleinern lassen und im August, sollte meine lang ersehnte Ausbildung anfangen. In diesem Moment war alles Zuviel und ich akzeptierte Sie nicht. Mein Ehemann freute sich wie Bolle, nur ich nicht. Ich wusste wirklich nicht, was ich machen sollte. Nachdem ich jedoch alles klären konnte, bei meiner Ausbildungsstelle, freute ich mich sehr auf die Kleine. Ich habe alle Gynäkologischen Behandlungen durchführen lassen. Alles war tipp topp. Sie entwickelte sich super. Dafür habe ich viel gebrochen und die Schwangerschaft raubte mit viel Energie. Nach ca. 5 1/2 Monaten wurde alles besser. Naja zumindest das brechen etc… Auch Essen konnte ich besser. Wie gesagt, davor war noch die Magenverkleinerung. Das macht es viel schwieriger. Aber es klappte dann. Kurz vor dem 6 war mein Gebärmutterhals viel zu kurz und ich musste für einige Tage ins Krankenhaus. Es stand eine Fehlgeburt im Raume. Jedoch regenerierte ich mich schnell und konnte nach 4 Tagen nach Hause. Dort ging ich es dann sehr ruhig an. Nach 3 Wochen und Kontrolluntersuchung sah alles topp aus.
Doch dann kam der Sonntag. Der 25.09.2022. Es war schrecklich. Ich bekam vormittags Wehen und ich gebar meine Kleine um die Mittagszeit herum. Viel zu früh. 25+2 Tage. Ich hatte ein Frühchen zur Welt gebracht.
Ich weinte. Nach der Geburt weinte ich nur. Ich machte mir Vorwürfe, Schuldgefühle plagten mich. Warum habe ich es nicht bis zur 40 SSW geschafft. Aber soviel Zeit darüber nachzudenken hatte ich nicht, weil anschließend 4 Wochen purer Stress angesagt waren.
Mein Ehemann und ich fuhren immer hin und her. Aber sie lebte und machte sich, laut den Ärzten Aussagen.
Sie war wunderschön, als ich Sie sah und berühren durfte. Noch nie habe ich etwas schöneres in meinem Leben gesehen. Sie war mein Ein und Alles. Ich wollte Sie so sehr in den Arm nehmen und berühren. Aber das ging leider nicht. Also musste ich Sie von Außen betrachten und mit Ihr sprechen.
Diese 2 1/2 Wochen waren unglaublich wertvoll für mich und meinem Mann.
Danach ging alles Berg ab. Sie musste verlegt werden, da Sie anfangs Löcher im Darm hatte. Danach kam noch viel mehr hinzu. In der Klinik haben Sie alles getan. Nach 1 1/2 Wochen hat Sie den Kampf verloren. Mein schlimmster Tag in meinem ganzen Leben. Der 22.10.2022. Ihr Todestag. Meine Welt und mein Herz zerbrach in diesem Moment. Ich habe es nicht geschafft ein gesundes Kind zu gebären. Ich habe versagt. Sie hat den Preis dafür bezahlt. Ich frage mich heute noch, was ich hätte besser machen können in der Schwangerschaft. Was ich falsch gemacht habe. Hätte ich nicht zum Sport gehen sollen? Was hätte ich anders machen können? Alle sagen mir, ich habe alles super gemacht und mein bestes gegeben. Aber warum fühlt es sich überhaupt nicht so an. Ich fühle mich schlecht und schuldig. Ich möchte die Zeit am liebsten zurückdrehen. Ich vermisse Sie so unglaublich. Ich möchte Sie auch auf dem Spielplatz lachend und fröhlich sehen. Ich könnte einfach nur weinen und schreien. Es fühlt sich alles anders an. Seit ihrem Tod, bin ich nicht mehr dieselbe. Mein Herz ist nicht mehr ganz. Ein Stück ist mir entrissen worden und ich werde es nie mehr zurückbekommen.
Sie fehlt mir so unglaublich!!
Ich bin kurze Zeit danach in psychologische Behandlung gegangen. Diese hilft mir sehr.
Außerdem ist es das erste Mal, dass ich einen Gästebucheintrag schreibe, über mein Erlebnis.
Ich finde es schön, dass es sowas gibt.
Ich bedanke mich sehr dafür und wünsche Allen viel Kraft und Gesundheit!