Vorstellung beim Netzwerk „Gesunde Kinder“ und dem Asklepios Klinikum Uckermark in Schwedt/Oder

Wie ihr schon gehört habt, haben die unvergleichliche Marlen Schwarz und ich die Möglichkeit bekommen, uns heute beim Netzwerk „Gesunde Kinder“ Ostuckermark vorzustellen. Der neue Chefarzt der Gyn vom Schwedter Krankenhaus ist dann nachher dazu gekommen.

Wir beiden waren gegen 13:00 Uhr mit Frau Wegner verabredet und haben am Anfang grob abgesteckt, in welche Richtung es gehen soll. Das Netzwerk hat seinen Sitz nämlich in Spuckweite vom Klinikum und Frau Wegner wird bei jungen Mamas vorstellig, um eine Begleitung ins Muttersein quasi anzubieten. Das Netzwerk stellt ausgebildete Paten bereit, die die junge Mutter in den ersten Monaten/ Jahren unterstützen bei Problemen mit Kind, Papierkram, Zeitengpässen und Fragen jeder Art. Sie bieten Müttertreffen an, bei denen man in deren Räumlichkeiten kochen und sich austauschen kann, während die Kinder in der wirklich großzügigen Kinderecke spielen können. UND: Sie haben eine Kleidertauschbörse, in denen Sachen, aus denen die Kinder raus sind gegen größere gegen einen kleinen Obolus getauscht werden können (auch Zubehör und Schuhe sind vorhanden). Frau Wegner steht bisher bereit, wenn die Klinik anruft und verzweifelt nach Frühchenkleidung fragt.

Ehrlich gesagt, bin ich ein wenig traurig, wenn man bedenkt, dass ich genau das schon mal schriftlich angeboten hatte. Nun ja, weiter im Erzählfluss geschwommen.

Marlen und ich haben ihr kurz und knapp erzählt, was wir anbieten und haben unsere Schätzchen auf dem Tisch ausgebreitet. Frau Wegner ist ja sozusagen mit der Materie vertraut, so dass sie gleich erfasst hat, was sich aus einer Zusammenarbeit ergeben könnte. Wir haben recht locker und angeregt geplaudert – ich hatte den Eindruck, wir würden einen mündlichen Marathonlauf machen ^^ (waren aber wahrscheinlich auch die recht saunaähnlichen Temperaturen in den Räumen). Mitten im Austausch ist auch Herr Dr. Dragoljic zu uns gestoßen und dann ging die Post so richtig ab. 😀

Ich glaube nach ner knappen Viertelstunde hätt ich den Kerl schon knutschen können.

Er ist der mittlerweile x-te Chefarzt im Klinikum und hat einen wirklich schweren Start gehabt. Ihr könnt euch vorstellen, dass der ständige Wechsel von ausgepowerten, überforderten Chefärzten dem Ruf der Station nicht wirklich geholfen hat, zumal es in ganz Deutschland weit attraktivere Stellen gibt als gerade bei uns am … Rand. Uns wurde erklärt, dass die Stelle des Chefarztes bei uns hier bisher immer nur einfach besetzt wurde, d.h. der Chefarzt hat IMMER Dienst. Wie ihr euch vorstellen könnt, nix, was man sein Leben lang haben mag. So kam es, dass die Stelle etwas länger unbesetzt blieb und sich das Klinikum nun glücklich schätzt einen erfahrenen, patenten und ich mag hinzufügen Kampf- und Änderungswilligen Chefarzt gewonnen hat, der nicht vorhat, die Flinte ins Korn zu werfen. Er will das richtig schlechte Image der Station aufbauen und die Bevölkerung motivieren, sich das Ganze fairer anzuschauen. Er hat unsere Schätze quasi im Drübergucken eingesogen und unsere Vorschläge und Ideen kurzerhand …..

*Barney-Stintson-Dramatik-Pause*

… abgenickt !!!

Marlen und ich haben uns angeguckt und waren erstmal platt. Ich hatte mich mental auf ein vorsichtiges Heranfühlen und Quasi-Betteln eingestellt mit Zugeständnissen und langsamem Austesten beiderseits. Und nun ein knappes: „Ja, das klingt gut, so machen wir das. Sie melden sich bei Schwester Andrea und die zieht das mit Ihnen durch.“ (Wortlaut nicht original ==> Schwangerschaftsdemenz, Hitzestau und Ungläubiges-Im-Geiste-Doof-Gucken ist schuld)

Wir haben uns dann auf ein schrittweises Vorgehen geeinigt, da wir ja sozusagen bei unter 0 anfangen. Zuallererst hat Marlen ihre Nähschatz-Kiste ganz geschmeidig bei Frau Wegner ausgekippt, die vor Begeisterung ganz von den Socken war, hatte sich ihr Frühchensachen-Bestand doch soeben vervielfacht!
So steht der Klinik erstmal sofort etwas für Frühchen bereit als Abruf bei Frau Wegner.

Dann wir Herr Dragoljic seine Schwester auf uns ansetzen und wir machen schnellstmöglich einen Termin mit ihr aus, um Interesse und Bedarf und Lagermöglichkeiten etc. und Wurschtbrot abzuklären. Wir sollen die Klinik mit Frühchen und Sternchensachen komplett eindecken. Dann wird Frau Wegner uns zum nächsten Patentreffen des Netzwerkes einladen, wo wir uns nochmal vorstellen dürfen und damit auch den Kontakt zu den Schwangeren direkt hergestellt werden kann.

Als weitere Idee dürfen wir wahrscheinlich mit unseren Schätzen eine Vitrine IM Klinikum direkt (!!) gestalten, um auf uns und unser Angebot hinzuweisen. Da ist die Umsetzung angedacht, aber zeitlich und organisatorisch einfach noch nicht gereift.

Langfristig ist auf vage geplant, dass wir mit dem Chefarzt zusammen uns ein wenig über die Abschiedsgestaltungsmöglichkeiten im Klinikum unterhalten, denn auch er findet einen würdevollen Abschied von den Sternchen erstrebenswert. (Da fiel das Wort Sternchenbestattung unter der Hand der Klinik. Ich hätte laut jubeln können.) Momentan muss er sich da aber noch besser in diese neue Stelle einarbeiten, um da konkrete Pläne machen zu können. Da werde ich im Hintergrund schon mal bischen vorarbeiten.

Jeder der angedachten Schritte werden wir zusammen mit dem Netzwerk und der Klinik möglichst medienwirksam hinausposaunen, unser beider Visagen bekommt ihr demnächst also öfter zu sehen ^^

UND, jetzt kommt der Teil mit den Mützen: Er möchte die Schwedter gerne zu einer „Mützen für Neugeborene“- Aktion aufrufen. Die Klinik besorgt einen Haufen Wolle, der an Freiwillige im Spätsommer ausgegeben wird und dann gibt es eine Werkelwoche, in der die Wolle verarbeitet werden soll. Am Ende soll die Wolle wieder im Klinikum verarbeitet landen und dann soll jedes Neugeborene ein Mützchen (und wenn das möglich ist) ein paar Schühchen bekommen. Da das Klinikum nahezu keine frühen Frühchen hat (die gehen nach Berlin) ist die Nutzung von Wolle kein Problem, laut Chefarzt.

Lokal werden wir uns sicher hier an der Woche beteiligen, bei der Einbindung von euch lieben Feen sehe ich allerdings das Problem, dass a) es keine Frühchen mehr sind und daher nicht in unser „Programm“ passen und b) wir die Wolle dann ja durch Deutschland schicken müssten.

Ziel ist, die Identifikation der Anwohner mit ihrer Klinik zu verbessern und diese Aktion jährlich zu wiederholen (Dauer: je eine Woche). Wir beiden haben schon angemerkt, dass wir uns da nur begrenzt einbringen können und haben uns als Berater quasi angeboten. Genauere werden wir dazu aber noch besprechen.

Okay…
Fazit: Irgendwann knutsch ich den Kerl ..
öhm … Erfolg auf ganzer Linie würde ich sagen!
Mit Frau Wegner haben wir eine gute Mittelsfrau ^^ gefunden, die uns da weiterhin begeistert begleiten wird. Herr Dragoljic steht hinter uns und kümmert sich um „Probleme“. Marlen und ich wären am liebsten wie irre durch die Gegend gehopst… aber es war zu warm.

Asklepios Klinikum Schwedt werde ich dann in naher Zukunft als betreut anmelden, wenn der Termin mit Schwester Andrea durch ist.

Das war ein Tag, ich markier mir den gleich mal im Kalender.

So far,
Anja.

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